Die drei Glocken

 

 

Wir sind froh, dass wir sie haben. Das Geläut dient als Erinnerung und als Erkennungszeichen. Die folgenden Zeilen wollen helfen, das Geläut unserer Glocken neu wahrzunehmen.

Die erste Glocke (die kleinste, 1951 in Reutlingen gegossen)

 

Sie ist die Taufglocke.

Für sich allein erklingt sie immer am Anfang eines Christenlebens, Ihr heller Ton verkündet, dass ein Mensch getauft und dem dreieinigen Gott zugeeignet wird.

 

Taufglocke und zweite Glocke rufen die Kinder zum Kindergottesdienst herbei. Außerdem erklingt die kleine Glocke zu den Teilzeiten ¼, ½, ¾ und ganzen Stunden.

 

 

Die zweite Glocke.

 

Sie läutet sehr selten allein. Morgens um 11.00Uhr erinnerte sie ursprünglich an die Gebetszeit, später ermahnte sie die Frauen ans Mittagkochen, während die Männer noch draußen auf dem Feld blieben. Diese alte Läutetradition lebt heute weiter, wenn sich auch ihr Sinn geändert hat und die Glocke uns Heutigen zuruft: „Halt inne, besinne dich, das Leben ist kurz! Bleib Herr deiner Arbeit und werde nicht ihr Knecht!

 

Die zweite Glocke wurde 1486 - drei Jahre nach Martin Luthers Geburt – gegossen. Sie trägt die Schulterschrift: „Jerg Rot goss mich und bittet um Gottes Erbarmen, sooft man mich läutet.“ (frei übersetzt)

 

 

Die dritte Glocke.

 

Sie ist unsere größte Glocke, wiegt 1100kg und hat am meisten zu tun:

 

Sie läutet schon morgens um 6:00Uhr, dann um 17:00Uhr und um 19:30Uhr. Die beiden letzten Zeiten verschieben sich im Frühling, Sommer, Herbst und Winter je nach Einbruch der Dunkelheit. Wenn der tiefe Klang der Glocke über unsere Gemeinde hingeht, ruft sie zum Innehalten und zum Gebet.

 

Morgens um 8:00Uhr gibt ihr Geläut Kunde davon, dass ein Gemeindeglied gestorben ist. Wer es hört, wird daran erinnert, dass auch seine eigene Lebenszeit verrinnt und er davon muss. Der Glockenklang will zur Fürbitte anregen.

 

Am Sonntag wird die große Glocke im Gottesdienst zum Vaterunser geläutet. Auf diese Weise können Daheimgebliebene teilhaben an der Gemeinschaft und mitbeten.

 

Als Vorankündigung zum Gottesdienst, zur kirchlichen Trauung und zur Beerdigung gibt diese Glocke ebenfalls ihr Läutezeichen .Auch die große Glocke trägt die Jahreszahl 1486. Sie wurde ebenfalls von Jerg Rot gegossen. Die Schulterschrift ist noch umfangreicher und erbittet Gottes Erbarmen, besonders auch über die Menschen, die mit ihrem Opfer zum Erwerb der Glocke beitrugen.

 

 

Alle drei Glocken zusammen.

 

Sie läuten vor Festtagen, wobei unser/e Mesner/in sorgsam eine Glocke nach der anderen zum Schwingen und Klingen bringt, damit sie uns nacheinander und im Wechsel zurufen: „Du bist getauft - du hast einen Vater - hör zu, wenn ER redet – DU BIST GEMEINT!